Jamie *01.01.2016 – 20.04.2022*


Mein wundervoller Piffer, mein geliebter König Drosselbart, mein toller Knödel und Prinz, nun schreibe ich die Worte, vor denen ich mich schon so lange gefürchtet habe. Es sind Worte des Abschieds - aber auch von unendlicher Dankbarkeit.

Danke mein Großer. Danke dafür, dass du mir vertraut hast. Du warst so einmalig, herrlich und dickköpfig. So stur und doch zauberhaft, liebevoll, treu und vornehm. Eine coole Socke und ein Schlingel. Ein charmanter und liebevoller Schelm und Schlingel.

Du kamst sehr krank zu uns. So krank, dass kein Tierarzt geglaubt hat, du würdest deinen ersten Geburtstag erleben. Doch wir haben es geschafft. Und noch einige mehr gefeiert! Was für ein Schatz und auch ein Geschenk. Es war ein wundervoller - aber kein leichter - Weg. Dein Körper war krank und du bist mit jedem Fellwechsel heller geworden. Meist dachten die Menschen, du seist schon sehr alt. Nein, du warst sehr weise und deine kaputten Knochen haben dich schlicht älter wirken lassen und auch schneller altern lassen.

Danke für dein Vertrauen, du wundervoller Engel. Danke, dass du mich immer wieder dazu ermutigt hast an mich, meine Fähigkeiten und mein Wissen zu glauben. Das hat uns viel Zeit geschenkt. Auch wenn mich einige Tierärzte nicht gerne gesehen haben. Auch du wurdest vergoldet, wie Delma. Auch du hast einmal in der Woche Physio/ Osteo bekommen. Wie Delma. Ihr zwei seid ein Herz und eine Seele gewesen und als du mir im Oktober 2020 gesagt hast, dass du mit einem Tornado abtrittst, wusste ich, du gehst mit jemandem aus dem Rudel. Du hast mir damals gezeigt, wie mich eine alte Dampf-Lock überrollt und das trifft es sehr genau. Das du jedoch gemeinsam mit Delma gehen wirst, wurde erst ab Januar 2022 immer wahrscheinlicher. Eure Liebe sollte nicht getrennt werden. Für euch schien es leichter, dass ich den Schmerz trage, euch beide an einem Tag zu verlieren.

In einem Kontakt hast du den Zustand von deinem Körper unfassbar treffend beschrieben. So plastisch, dass kein Zweifel mehr übrigblieb. Du hast gesagt: „…Weißt du, Blockaden sind eine Sache. Aber wenn dein Körper aus morschem Material gebaut wurde, als wäre er ein Schiff, aus morschem Holz gebaut, wird es früher oder später sinken, egal wie oft du es flickst. Warum? Weil die Grundsubstanz nicht passt! So sieht es bei mir aus. Ich stehe auf einem morschen Gerüst. Du müsstest alles erneuern, um das zu ändern. Und das geht nicht! Es ist nicht möglich, mir ein neues Skelett zu verpassen…“ Das hat den Nagel auf den Kopf getroffen. Du hast in dem Kontakt auch sehr genau beschrieben, was geschehen wird, wenn du gehst. Und es ist 1:1 so eingetroffen. Und doch haben wir gemeinsam so viel Zeit geschenkt bekommen. So ein unermesslich wertvoller und kostbarer Schatz. Ich kann und darf mich wahrlich glücklich schätzen.

Du warst ein schlimmer Jäger und hattest deinen ganz eigenen Weg Dinge zu regeln und zu erledigen. Ich durfte lernen Kompromisse zu schließen. Viele Kompromisse. Delma hatte einen hohen will to please. Das hat bei dir nur ein müdes, aber sehr charmantes Lächeln hervorgerufen. Will to what? Das war deine Antwort darauf. Aber du warst dabei so lustig und wundervoll. Ein charmanter und liebevoller Dickschädel.

Ich habe nicht damit gerechnet, dass du jemals offline laufen kannst. Was habe ich Nerven gelassen bei deiner Erziehung. Unfassbar, was du dir alles hast einfallen lassen. Und doch haben wir es geschafft. Und ich konnte mich auf dich verlassen! Danke mein Großer! Es war ein wundervoller, spannender und sehr lehrreicher Weg. Danke für all die Schätze, die wir dabei gesammelt haben. Ich bin so unglaublich stolz auf dich, mein Engel.

Du hast unser Abendritual so sehr geliebt und an der Reihenfolge durfte nichts geändert werden. Ich habe es so geliebt, dass mit dir zu zelebrieren und zu feiern. Ich vermisse es, mit dir gemeinsam zu singen und ich vermisse deinen Pansentanz. Deine kecke Art und dein liebevolles und genussvolles Brummen. Ich vermisse es dich zuzudecken und zu beschmusen. Ich vermisse es dich zu kraulen und zu küssen und bei dir zu liegen. Hier warst du ganz anders als Delma. Du hast lange und intensiv gekuschelt, Delma kurz und intensiv. Dann wurde es der Zaubermaus zu warm. Viel zu warm. Du hast nur gebrummt und es in vollen Zügen ausgekostet und genossen.

Du bist so gerne geschwommen! Wie ich es geliebt habe dir dabei zuzusehen. Du hast die Katzen geliebt und sie dich. Du hast auch perfekt apportiert, wenn du Lust dazu hattest. In der Suche warst du klar, sicher und sehr souverän. Hast dich durch nichts aus der Ruhe bringen lassen. Einfach perfekt und großartig!

Zu Beginn hast du große Schäden im Haus angerichtet. Auch hier habe ich meinem Impuls vertraut. Du warst kein Hund, der Schmerzen gezeigt hat. Ganz und gar nicht. Und doch wusste ich, mit dir stimmt etwas nicht und habe auf diversen Untersuchungen bestanden. Deine Gelenke…um das zu beschreiben fehlen mir die Worte. Spondylosen an mehr als einer Stelle, hochgradige HD, ein zu großes Herz, eine IBD, ein Schimmelpilzbefall, Allergien im Quadrat. Wir hatten gut zu tun. Als deine Schmerzen weniger wurden, hast du auch nichts mehr zerstört.
Du hast es geliebt im Garten zu liegen und auf deinem Trampolin zu thronen. Hier auch mit uns zu hüpfen oder mit Delma auf deinem Thron zu spielen und zu zocken. Bis vor einigen Tagen war dieser Platz leer. Wir konnten dein Trampolin jedoch nicht abbauen. Es ging nicht. Seit einigen Tagen nutzt Grisu deinen Thron. Noch nie zuvor hat er das getan. Nun wird dein Platz wieder genutzt.

Du warst ein „Pflegefall“ und hast das Leben doch geliebt. Du hast alles nach deinen Regeln und zu deinen Bedingungen erledigt und uns viele Wege gezeigt. Danke dafür, mein Großer.
Du fehlst so sehr. Und es ist so viel Zeit „übrig“. Wie oft musste ich Termine verschieben, weil wir im Wald gesessen haben und es erst einmal keinen Meter mehr weiter ging. Du konntest rennen, springen und toben, wenn es dir gut ging. Hattest du einen Schub, wolltest du laufen - aber schon 10 Meter konnten zu viel sein. Der ganze Alltag war auf dich und deine Bedürfnisse abgestimmt. Auch unsere Runden. Und doch konnte es passieren, dass nichts mehr ging. Dann haben wir zusammen die Natur genossen und auch uns. Die Zeit in wundervoller und nährender Umgebung.

Mehrfach haben wir erfolgreich den Tod besiegt. Zuletzt im Oktober 2021, wo du auch stationär in der Tierklinik aufgenommen werden musstest. Ursache war der Einschlag, der den Anfang vom Ende einläuten sollte. Eine unschöne Hundebegegnung. Ihr habt beide einen Bandscheibenvorfall als Konsequenz davongetragen. Bei euren intensiven Rückenthemen wurde uns von einer OP abgeraten. Nicht nur von einem Spezialisten. Die "lange" Schonung wäre zu viel gewesen, die Gesamtthematik war zu komplex. Euch dann wieder auf die Beine zu bekommen war eher unwahrscheinlich. Die Schmerzmittel haben deine Bauchspeicheldrüse belastet und entzündet. Aber ganz ohne ging es nicht. Dennoch haben wir dich erstaunlich stabil halten können. Im Oktober kam ein massiver Einbruch, dann wurde es wieder besser. Auf einmal ging nichts mehr. Von jetzt auf gleich. Essen wurde abgelehnt. Du bist weggelaufen, wenn es etwas zu essen gab. Zuvor hast du es wieder und wieder ebrochen. Auch Wasser wurde erbrochen. Eine Ursache war nicht zu finden. Dein Körper war schlicht müde und auf. Laufen ging auch nicht mehr und so bist zu zusammen mit deiner besten Freundin gegangen. Erst ist Delma eingebrochen und kurz darauf du. Ihr konntet und wolltet nicht ohne einander sein. Diese Liebe sollte auf irdischer Ebene nicht getrennt werden. Nein, das wolltet ihr nicht.

Ich kann gar nicht in Worte fassen, in welchen Schock mich das versetzt hat. Trotz meines Wissens und all der Unterstützung, die ich meinem Körper noch immer gebe. Zunächst hatte ich das Gefühl, ich muss die Tierkommunikation aufgeben. Das ich meine geliebte Arbeit nicht mehr machen kann. Aber dem ist nicht so. Ich beginne jetzt, knapp 8 Wochen nach eurem Tod, langsam wieder zu arbeiten.

Danke für eine unfassbar tolle Zeit, mein traumhafter Piffer. Danke für deine Lernaufgaben für mich. Danke für deine Liebe, deine Treue, dein Vertrauen. Danke für das Lachen, dass du uns geschenkt hast. Danke für deinen Pansentanz und unsere gemeinsamen Gesänge. Danke, dass wir dich lieben, hegen und pflegen durften. Danke, dass wir gemeinsam durchs Leben gegangen sind. Auch wenn die Zeit viel zu kurz scheint. Und doch haben wir wahrlich viel Zeit geschenkt bekommen und sie auch effektiv genutzt. Nichts war so wichtig wie ihr. Und ich bereue nicht, meine Karriere für euch zurückgestellt zu haben. Danke, dass ich dich begleiten und lieben durfte. Danke mein Held und tapferer Schatz. Danke, dass ich dich ins Licht tragen und begleiten durfte. Danke für alles Großer. Du wundervoller Bär und Knödel. Ich liebe dich unendlich mein Engel. Und trotz der Fülle, die du hinterlässt, ist es schrecklich, ohne dich zu sein.


Eine Anmerkung und auch Bitte von mir: Vielleicht rüttelt unsere Geschichte ja einige wach. Jene, die der Meinung sind „Hunde regeln das schon unter sich“. Oder jene, die ihre Hunde alleine Ecken abnehmen lassen, wohl wissend, dass sie nicht mit jedem verträglich sind und bei der Distanz keinen Einfluss nehmen können auf das was da kommen kann. So hätte alles auch wenigstens einen Sinn. Wenn Hunde nicht zwingend kompatibel sind, lasst sie bitte keine Ecken alleine abnehmen oder in andere Hunde brettern. Das kann fatale Folgen haben und ist ein „No-Go“. Ohne Wenn und Aber.