AMOR - kämpfen lohnt sich 

 

Hallo liebe Tierfreunde,

mein Frauchen hat mir gesagt, ich soll mal von mir und meiner Geschichte berichten. Ich soll davon berichten, dass es sich lohnt nicht aufzugeben, auch wenn es schwer ist. Wir  Seelen, die gelitten haben, lange auf uns gestellt waren, vielleicht auch misshandelt wurden, und mit schlimmen Ängsten und vielleicht auch Verletzungen kämpfen, haben es verdient eine zweite Chance zu bekommen. Wir brauchen Zeit, um anzukommen. Um zu vertrauen und um zu lernen, dass jetzt alles anders ist.

Wo fange ich an? Das ist gar nicht so leicht, schließlich hatte ich ein bewegtes Leben, das in der Vergangenheit von viel Schmerz und Leid geprägt war. 2008 nahm mein Leben eine Wendung, die zu meinem Glück werden sollte. Eine Punkerin gab mich im Tierheim in Torredembarra ab; schwer krank, schwach und halb verhungert. Sie hätte mich gefunden und könne mich nicht behalten. Ob das stimmt, vermag ich nicht mehr zu sagen. Es ging mir so schlecht und ich habe vieles vergessen. Ich hatte Babesiose, einen Leishmaniose-Schub und noch diverse andere gesundheitliche Probleme. Der Tierschutzverein, der mich aufgenommen hat, hat viel Geld, Kraft, Liebe und Geduld investiert, um mich wieder auf die Beine zu stellen. Lange Zeit sah es gar nicht gut aus für mich. Sie nannten mich Suerte. Das ist spanisch und bedeutet Glück. Davon konnte ich reichlich gebrauchen. Ich hatte auch 7 liebe Paten, die mit Spenden meine Versorgung unterstützt haben. Eine Patin war mein Frauchen, aber das wusste ich damals noch nicht. Sie hatte damals diese Bilder von mir gesehen und es traf sie mitten ins Herz!

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Eine Schönheit war ich damals sicherlich noch nicht. Mein Frauchen war aber auf der Stelle verliebt. Sie hätte mich auch gerne vom Fleck weg adoptiert, nur hatte sie bereits einen kranken Hund und so musste sie schweren Herzens auf meine Adoption verzichten. Die Zeit verging und ich konnte mich langsam erholen. Nur der Stress im Tierheim wurde mir zu viel und ich wollte von den anderen Hunden nichts wissen. Zwischenzeitlich wurde ich sogar von einer Hündin gebissen, mit der ich den Zwinger geteilt habe. Dann änderte sich meine Situation!

Ich wurde von einem deutschen Tierheim übernommen. Dort hoffte man auf bessere Chancen für meine Vermittlung. Interessenten gab es jedoch keine. Ein Pärchen wollte mich gegen Kaninchen eintauschen, aber da hat das Tierheim natürlich nicht mitgespielt. Während der ganzen Zeit hat mein Frauchen viel nach mir und meinem Gesundheitszustand gefragt. Die anderen Paten sicherlich auch, aber über die weiß ich leider nichts. Dann begann ein regelmäßiger Austausch zwischen der Dame, die für meine Vermittlung zuständig war und meinem Frauchen, die todunglücklich darüber war, mich nicht aufnehmen zu können. Dann wurde ihr die entscheidende Frage gestellt: „Können Sie sich vorstellen, Suerte als Dauerpflegetier aufzunehmen?" Aufregung ... Hektik .... Oh, mein Gott! Tränen der Freude, Angst, der Vermieter könne nein zu einem zweiten Hund sagen und Sorge, Kumpel Nando könne mich nicht mögen .........

Tausend Dank an den tollen Vermieter! Er wollte unserem Glück nicht im Wege stehen!

Frauchen hat dann für 3 Tage ein Zimmer in Mannheim gebucht und ist den weiten Weg zu mir nach Mannheim angetreten. Ich kann mit Stolz behaupten, dass ich in Natura ein wunderschöner Prachtkerl bin und Nando mich gleich super fand. Ich jedoch habe ihn ignoriert. Hallo! Ich kam schließlich nicht so oft nach draußen, da konnte ich mich doch nicht mit Nebensächlichkeiten abgeben. Wichtig war laufen, schnuppern, pullern, schnuppern, pullern und noch mehr schnuppern. Die Adoptionspapiere wurden unterschrieben, ich wurde doch adoptiert, war kein Pflegehund, und los ging es!

Tja, das hatte ich ja bereits hinter mir und es endete jedes Mal hinter Gittern! Warum sollte es diesmal anders sein?! Aber irgendetwas war anders. Wir gingen spazieren, ich durfte mit aufs Zimmer, wurde gestreichelt, wurde erneut spazieren geführt und wurde wieder mit aufs Zimmer genommen. Ich blieb schon noch misstrauisch. Was war das?! Es wurde Abend. Ich bekam was zu essen. Gestreichelt werden wollte ich nicht, nur noch mal pullern. Vor lauter Aufregung habe ich dann die ganze Nacht gebellt, musste jede Stunde vor die Tür und habe auch noch was ganz Peinliches gemacht: ich habe an die Toilette im Badezimmer gepullert. Ich war auch ganz schuldbewusst, aber es hat niemand geschimpft. Frauchen ist direkt wieder mit mir nach draußen. Sie hat sich auch gar nicht mehr ausgezogen, sondern ist direkt mit Kleidung ins Bett gefallen. Das war aber auch alles aufregend! Im Tierheim kannte ich ja alle Geräusche! Nun aber war alles neu und ungewohnt für mich. In der zweiten Nacht habe ich dann aber schon durchgeschlafen.

Doch was ist denn jetzt los? Nicht zurück ins Tierheim .......BITTE!

Die Sachen wurden zusammengepackt, alles im Auto verstaut, mein Kumpel kam auf die Rückbank, zu Frauchen, und ich in den großen Kofferraum, in dem mein kuscheliges Körbchen stand. Und dann sind wir 5 Stunden lang Auto gefahren. TOLL! Ich LIEBE Autofahren. Leider musste ich nach 5 Stunden aussteigen. Dafür musste ich aber erst einmal wach werden! Das war der schwierigste Teil.

Wir standen vor einem schönen Haus und ich hörte Frauchen sagen: „Hier wohnst du jetzt!"

Sehr interessant. Ich wusste zwar nicht was das bedeutet, aber Frauchen hat so nett gesprochen, da habe ich mich einfach mal gefreut. Als die Tür aufging habe ich allerdings gedacht, mich trifft der Schlag! Hier leben STINKETEPPICHE! Bäh! Igitt!!!! Wer braucht denn so was?! Ach so, Frauchen ruft mir gerade zu, dass ihr vielleicht mit Stinketeppichen nicht so viel anfangen könnt. Okay, dann eben KATZEN. Immer noch bäh! Ich habe mir erst mal den Vermittlungsvertrag angesehen und fühlte mich betrogen. Da stand nix von Stinketeppichen im neuen Zuhause.

Gut, das kann sich ja noch ändern; dachte ich mir so. Dann erledige ich das Problem eben auf meine Art. Ich entsorge sie. Dachte ich! Bis dahin fand ich meinen Hundekumpel super. Aber was ich dann sehen musste, hat fast dazu geführt, dass ich rückwärts gespeist hätte.

Er hat die Teile verteidigt (er ist in meiner Achtung gesunken)!

Er hat sie ABGELECKT (ich hatte keine Achtung mehr vor ihm). Da ist in seiner Entwicklung doch eindeutig etwas ganz Wesentliches falsch gelaufen, oder nicht?!

Dann der Schock! Mein Frauchen war von meiner Idee auch nicht angetan. Na, da wollte ich meinen Willen mit Zähne fletschen und knurren durchsetzen. Keine gute Idee. Eine ausgesprochen blöde Idee sogar. Denn nun wurde ich ins Körbchen verwiesen. Tolle Wurst!

Mein Frauchen und ich haben viele Trainingseinheiten gehabt, bis ich mit dem Versuch die Tierchen zu töten, aufgehört habe. Unzählige Male habe ich sie dabei feste angeknurrt, aber sie hat sich nicht beirren lassen. RESPEKT!!! Heute geht Paula sogar manchmal mit uns spazieren. Mich stört nur, dass sie dabei ununterbrochen redet! Aber Madame ist halt ein Mädel, da muss das wohl so sein. Geht sie mal nicht mit, vermisse ich sie sogar ein wenig (aber bitte nicht weitersagen). Na ja, dafür kommt sie uns dann am Ende der Runde schreiend auf unserer Seite entgegengerannt und reibt sich an Nando, Maja (meinem Frauchen) und mir. Wie ich zu Hause mit ihr umgehen soll, weiß ich noch nicht wirklich. Wenn ich meinen Kopf auf sie fallen lasse, steht sie auf und schreit. Gut. Ich glaube, das gefällt ihr nicht. Also habe ich mir eine andere Taktik überlegt. Ich klatsche meine Pfote auf ihr Köpfchen oder ihren Körper! Sch.... sie steht auf und schreit. Fazit: Das gefällt ihr auch nicht!!!

Ich gucke dann vor lauter Verzweiflung mein Frauchen an und weiß nicht weiter. Die sagt dann immer, ich soll etwas zärtlicher sein. HE????? Was`n das???!!! Nun gut ...

Ich habe nachgedacht. Nando leckt die Teilchen (wir haben ja noch einen alten Kater, der es vorgezogen hat ins Dachgeschoss zu ziehen, seit ich hier lebe) immer ab. Gut, dann probiere ich das mal. Da liegen wir so auf dem Sofa rum und ich weiß nicht so recht, was ich machen soll ... da gucke ich die Katze an und denke mir: Mensch, versuch`s doch einfach auch mal mit lecken. Tolle Idee!! Bääääh, echt abartig. Ihhhh ich muss würgen, vielleicht sogar brechen, würg, würg weiter …. Hallo, was soll das denn??? Frauchen lacht. Toll, wie peinlich ist das denn? Neee, schönen Dank auch. Da steh ich doch lieber auf und dreh euch den Rücken zu! Also so was. Unverschämtheit!!!

Also eins kann ich versprechen: ich lecke die Teile im Leben nicht mehr ab! Pfui Spinne!!!!

2010.08.05 004
2010.08.05 004

In den ersten Monaten habe ich meinem Frauchen das Leben ganz schön schwer gemacht.

Meine Leinenführigkeit ist nach wie vor nicht die tollste, aber am Anfang war ich eine Katastrophe, muss ich ehrlich zugeben. Das fing allerdings erst nach ca. 6 Wochen an. Da habe ich nämlich so langsam gemerkt, dass regelmäßige Spaziergänge nun zu meinem Leben dazugehören und wurde lebhafter. Anfangs bin ich recht freudlos nebenhergelaufen. Mein Frauchen hat immer gesagt, ich wirkte wie ein Autist. Aber Mensch, jahrelang hat sich niemand für mich interessiert und sich um mich gekümmert. Das war mein Job und war wichtig, um zu überleben! Ich muss erst einmal Vertrauen fassen. Und wenn man so oft enttäuscht wurde wie ich, dann muss man sich das erst wirklich verdienen! Bei jeder Bewegung durch ein Auto, ein Fahrrad, ein Puschelschwänzchen (Hasen; lecker), oder einem Vögelchen, bin ich wie ein Irrer in der Leine hin- und hergesprungen und habe gejault, gefiept und gejifft. Wenn ich nicht hinterherrennen durfte, konnte es auch passieren, dass ich nach meinem Frauchen geschnappt habe. Und gezogen habe ich! Vom Allerfeinsten. Mein Frauchen hat immer gesagt, sie bekäme so langsam aber sicher Arme wie ein Orang-Utan…also mir gefallen die Arme ganz gut so, wie sie sind. Die können auch ganz toll streicheln.

Sie hatte auch mehrfach heftige Sehnenscheidenentzündungen und der linke Arm samt Hand war nicht einsatzfähig. Aua, tut mir ja auch leid. Dann ist sie diverse Male gestürzt, weil ich sie von den Beinen oder vom Rad gerissen habe und hat sich dabei 1 x den Ischiasnerv eingeklemmt. Sie konnte fast gar nicht mehr laufen. Tut mir heute wirklich noch leid.

Ganz feste erschrocken war ich dann, als ich gehört habe, wie mehrere Leute ihr gesagt haben, sie solle mich doch abgeben. Das würde doch keinen Sinn machen! Ich hatte zusätzlich ja auch noch gesundheitliche Probleme. Ich lag eines Nachts im eigenen Urin. Mein Frauchen ist nur noch mit mir unterwegs gewesen, weil ich nicht länger als 3 Stunden trocken geblieben bin. Noch heute schäme ich mich dafür, dass ich nie Bescheid gesagt habe, sondern einfach in ihr Malzimmer gegangen bin, um dort auf dem Teppich meine Bedürfnisse zu erledigen. Inzwischen passiert mir das aber nicht mehr und ich sage immer Bescheid, wenn ich muss. Natürlich ist sie sofort mit mir zum Tierarzt gefahren und eine Blutanalyse hat ergeben, dass meine Nieren nicht in Ordnung sind. Na super, Leishmaniose und Nierenprobleme und die Leute wollen, dass mein Frauchen mich abgibt! Bitte nicht! Ich kann doch nichts dafür. Manchmal gehen einfach die Pferde mit mir durch! Ach ja, zu Anfang habe ich sie auch angeknurrt, wenn sie mich berühren wollte. Speziell an den Pfoten! Ein Traumhund war ich bestimmt nicht; aber abgeben? Aber soll ich euch was sagen?

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Ich durfte bleiben. Mein Frauchen ist echt super. Sie hat sich ganz viel Mühe mit mir gegeben und mir Zeit gelassen. Ich durfte lernen, dass Hände nicht nur Schmerzen bereiten können! Die können auch zärtlich sein und streicheln. Sooooooo schön. Ich liebe streicheln. Ich bin inzwischen ein Kampfschmuser und mache meinem neuen Namen alle Ehre! Mein Frauchen hat mich nämlich umgetauft! Ich heiße jetzt AMOR. Und der Name ist Programm. Ich muss nämlich ganz viel "AMOR" nachholen. Ich werde auch liebevoll Amor-Verbrecher gerufen. Ich bin ein Goldstück, ein Schatz, ein toller Wachhund, manchmal noch ein kleiner Autist (aber ich arbeite an mir), ein Schmuser, ein noch größerer Schmuser und hübsch bin ich auch. Ich darf inzwischen auch ohne Leine laufen und komme mit Freude zu meinem Frauchen zurück. Nicht immer sofort beim ersten Rufen...meine Ohren sind leider so klein (hihi), dass der Schall etwas braucht, bis er bei mir ankommt...aber ich komme zurück.

Ich habe Spaß und Freude, apportiere für mein Leben gern und Nasenarbeit ist ganz besonders toll!

Da bin ich auch richtig gut! Manchmal gönne ich mir Hasenkino, d.h. ich gucke den Hasen beim Spielen zu - renne aber nicht hinterher! Bin ich nicht toll? Das hätte mein Frauchen nie für möglich gehalten! Es ist ganz wichtig den richtigen Ton bei mir zu treffen. Zu lasch ist nicht gut, denn das nehme ich nicht ernst. Und zu harsch ist auch nicht gut, da schalte ich auf Empfangsstörung und verweigere mich. Ich lasse mich unglaublich gerne bürsten und genieße die regelmäßigen Massagen, die ich bekomme. Mein Futter ist 1a und extra auf meine Leishmaniose und die Nierenproblematik abgestimmt. Ich werde lecker bekocht. Ich warte brav und artig bis ich mein Essen bekomme; fange jedoch schon vorher vor Freude an zu kauen und zu schmatzen. Mein Frauchen findet das sehr süß!

Ich habe tolles Fell und keiner, der mich sieht, würde glauben, dass ich so krank bin!

14.04.10 002
14.04.10 002

Im Februar 2010 bin ich zusammengebrochen. Ich weiß auch nicht, wie das kam. Mein Frauchen ist mit uns in den Wald gefahren (wir fahren viel weg und dürfen ganz viele, unterschiedliche Orte kennenlernen) und ich laufe mit meinem Kumpel so den Weg entlang, da wird mir mit einem Mal ganz anders. Mein Frauchen hat genau in dem Moment nach uns gepfiffen und ich dreh mich auch um und renne zu ihr zurück, als ich ihren komischen Gesichtsausdruck sehe. Mit einem Mal merke ich, dass ich ganz schlimm aus der Nase blute. Inkl. dicker Stückchen. Da wird mir auch schon schwindelig. In dem Moment greift mein Frauchen schon nach mir und trägt 36 KG zum Auto. Wir sind direkt zum Tierarzt gefahren. Ich musste geröntgt werden, wollte mir das aber nicht gefallen lassen. Deshalb habe ich eine leichte Narkose bekommen. Mein Frauchen ist die ganze Zeit bei mir geblieben und hat mit mir geredet. Ihre Stimme hat sich immer weiter von mir entfernt. Von ganz weit weg habe ich gemerkt, dass es etwas hektisch wurde. Ich wurde gerubbelt und geschrubbelt und da waren Stimmen. Ich bekam mehrere Spritzen, da war wieder die Stimme von meinem Frauchen, aber sie war so weit weg. Ich war so müde. Sooooo schrecklich müde. Aber da war auch mein Frauchen, die neben mir auf dem kalten Boden gelegen hat (ich lag auf einer Isoliermatte und hatte es warm und gemütlich) und mich ohne Unterbrechung gestreichelt hat und immer gesagt hat, dass ich doch wieder mit nach Hause kommen soll! Irgendwann bin ich dann ganz langsam wieder wach geworden und mein Frauchen hat mich mit nach Hause genommen. 3,5 Stunden waren wir beim Tierarzt. Mir kam es gar nicht so lange vor. Zu Hause hat mein Frauchen ganz fürchterlich geweint. Sie hat gar nicht mehr aufgehört. Mein Herz hatte während der Narkose aufgehört zu schlagen und der Schock saß ihr noch in den Knochen. Ich habe mich dann neben sie aufs Sofa gelegt und meinen Kopf auf ihrem Schoß niedergelegt. Das Weinen konnte ich aber nicht gut haben. Sie hatte wirklich große Sorgen um mich. Gott sein Dank konnte bei mir kein Tumor oder Aspergillus festgestellt werden. Im Blut konnte die Ursache für meinen Zusammenbruch auch nicht gefunden werden. Mein Frauchen hat dann eine Magnetfeldtherapie mit mir begonnen. Die Tierheilpraktikerin hat festgestellt, dass ich noch mit der Babesiose zu kämpfen hatte, Magenprobleme hatte und psychisch noch viel aufzuarbeiten war. Zuerst hatte ich 14tägig Therapie, aber so langsam werden die Abstände immer größer. Die Therapie ist super! Ich werde immer kräftiger, habe mehr Lebensfreude, kann mich auf viel mehr einlassen und genießen. Das tut so gut.

So habe ich bislang den Abend genossen:

Verbrecher - Fotos 002
Verbrecher - Fotos 002

Das darf ich inzwischen leider nicht mehr. Vor einigen Wochen bin ich zu meinem Frauchen aufs Sofa gehüpft und habe sie dann aus tiefster Seele & zähnefletschend angeknurrt. Äußerlich ist sie ganz locker geblieben, aber ich habe schon gemerkt, dass sie Fracksausen hatte!  Da habe ich mir einen ganz schönen Bock geschossen! Fazit war: Ich musste runter vom Sofa und durfte auch lange nicht mehr drauf! Schön blöd von mir. Seitdem habe ich mich auch nicht mehr so danebenbenommen.

Was soll ich sonst noch sagen? Ich habe ein tolles Leben und da, wo mein Frauchen ist, bin auch ich. Manchmal stecke ich nachts meinen Kopf unter ihre Bettdecke, weil ich schon so lange nicht mehr gestreichelt wurde und auch gucken muss, ob sie noch da ist. Dann werde ich beschmust, bedanke mich mit einem tiefen Grunzer und falle wieder in mein Körbchen, das direkt neben ihrem Bett steht. Nando hat da übrigens auch ein Körbchen! Mein Kumpel ist super und der kann so viel! Da komme ich mir manchmal ganz dumm vor! Bin ich aber nicht, sagt auch mein Frauchen. Wir spielen manchmal zusammen oder liegen nebeneinander. Wir bekommen im Sommer regelmäßig Joghurteis. Eine Köstlichkeit, die ich erst schätzen lernen musste.

Im Garten steht ein Planschbecken für uns, aber da traue ich mich noch nicht rein. Ich nutze es als super Wassernapf! Ich liebe Buttermilch und darf diese auch regelmäßig mit pürierten Erdbeeren oder anderem Obst genießen. Ich futter inzwischen mit Freude und Genuss und lasse mich nach Strich und Faden verwöhnen. Das habe ich schließlich auch verdient. Ich bin unproblematisch bei Hundebegegnungen. Ich lasse mir problemlos Zecken ziehen und mich untersuchen und genieße einfach mein Leben. Natürlich gibt es immer noch kleine „Problemchen“, aber ich weiß, dass mein Frauchen mich ganz doll liebhat und gut für mich sorgt! Das ist ein superschönes Gefühl! Es tut so gut, Verantwortung abzugeben. Inzwischen traue ich meinem Frauchen immer mehr. Ich lasse mich gut lenken und schmuse ohne Ende!

Jeder Tag ist anders und mein Frauchen bemüht sich sehr um ein spannendes Leben für meinen Kumpel und mich. Nach dem Morgenspaziergang und dem Frühstück bedanke ich mich mit Kampfschmuseattacken und lautem Gegrunze bei meinem Frauchen. Männer machen mir manchmal noch Angst. Speziell, wenn sie abrupt den Arm heben. Da bekomme ich richtig Angst und fange an zu bellen. Mein Frauchen kann mich aber ganz schnell wieder beruhigen. Bei ihr bin ich ja auch in Sicherheit. Ja, das ist mein neues Leben!

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2010.10.22 004
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Ich chille mit meinem Kumpel. Und nach dem Morgenspaziergang bin ich fix und foxi.
Das war ein kleiner Auszug aus meinem Leben. Sonnige und herzliche Grüße sendet der Amor – Verbrecher.


Das ist die Geschichte unserer Liebe, die leider am 22.02.2012 hier auf der Erde geendet ist.

Gebt Hunden aus dem Tierschutz bitte Zeit. Sie brauchen Zeit um zu verstehen, dass jetzt alles anders ist. Sie müssen uns für ihre Rettung nicht dankbar sein! WIR müssen uns ihre Dankbarkeit verdienen und uns ihrer Liebe als würdig erweisen. Haben wir das getan, werden wir mit Liebe in reinster Form beschenkt. Es kann nichts Schöneres geben. Hundeerziehung ist anstrengend und erfordert Geduld, Zeit, Liebe und Konsequenz. Immer. Ob es ein Welpe vom Züchter ist, oder ein Hund, der aus dem Tierschutz kommt. Ist man seinem Freund ein zuverlässiger Begleiter, der sein Leben sicher, spannend und schön gestaltet, erlebt man eine wundervolle Bindung, die mit nichts anderem zu vergleichen ist.